Die schnelle „Märi“ mit Sekt getauft

Von der Firma GOK gestiftetes Hochwasserboot in Frickenhausen vorgestellt – Feuerwehr kann nun überflutete Häuser besser erreichen

Der Sekt sprudelte beim Johannisfeuer der Feuerwehr Frickenhausen. Denn das Geheimnis, wer es ermöglichte, dass die Wehr allen bürokratischen Hemmnissen zum Trotz nun in kurzer Zeit zu einem Flachwasser Schubboot kommen konnte, wurde gelüftet: Die Firma GOK Regler und Armaturen GmbH & Co.KG Merktbreit hat es gesponsert. Wie berichtet, wurde bereits vor zwei Jahren durch den Freistaat bayern ein Programm für derartige Wasserfahrzeuge aufgelegt, das aber bis heute nicht in die Gänge gekommen ist. Seit ihrem Antrag zur Aufnahme in das Förderprogramm  hat die Martgemeinde nichts mehr gehört. Die Enttäuschung über die langen Verfahrenswege war in dem besonders von den Mainfluten bedrohtem Ort groß. Sprichwörtlich ins Boot und der Gemeinde zur Seite gesprungen ist die Firma GOK. Gesellschafter Dieter Kleine und Geschäftsführer Gerald Unger hatten unabhängig voneinander in der Main-Post von der besonders schwierigen Hochwassersituation in Frickenhausen und von der seit zwei Jahren geplanten, aber immer noch nicht umgesetzten Sammelbeschaffung für derartige Boote durch den Freistaat gelesen und spontan den gleichen Gedanken gehabt: Hier müsste kurzfristig geholfen werden. Dem Unternehmen , das in der Region seit Jahren soziale, kirchliche und kommunale Projekte fördert, sei es eine Herzensangelegnheit gewesen, den betroffenen Mitmenschen zu helfen, sagte Geschäftsführer Unger. Frickenhausen ist auch der Wohnort von Dieter Kleine und der Sitz von GOK. Die Firma sagte der Gemeinde sofort 10 000  Euro zu, was dem kaufpreis entsprach. Die Freiwillige Feuerwehr holte das Boot auf dem dazugehörigen Anhänger am Donnerstag beim Hersteller in Remagen am Rhein ab. Die Dichtigskeitsprüfung „von oben“ habe es dabei schon bestanden, berichtete Bürgermeister Ludwig Hofmann. 300 Liter Wasser hätten sich unterwegs darin angesammelt, die dann in Frickenhausen von der Wehr wieder heraus geschafft werden mussten.

Wesentlich edler war das, eas sich am Samstag Abend in die Aluminiumschale ergoss. Die Patin Maria Kleine taufte das Gefährt, das den Namen „Märi“ erhielt, mit Sekt. Die Vertreter der Firma GOK übergaben bei der gelegenheit den symbolischen Spendenscheck. Bürgermeister Hofmann wünschte – entgegen den sonstigen Gebräuchen im Schiffsmilieu – nicht, dass das Boot stets eine Handbreit Wasser unter dem Kiel haben möge. Dank sprachen Hofmann und Feuerwehrkommandant Matthias Ganz den Sponsoren aus. Das Boot kann bei Flut im Ortsbereich durch Paddel bewegt werden. Gummiräder erleichtern das Schwimmen, ermöglichen ein Rollen und helfen, Schäden am Rumpf zu verhindern. An einer mit Geländer versehenen Bühne können hölzerne Stufen angebracht werden, um an Türen und Fenster von überfluteten Häusern zu gelangen und dort Menschen zu versorgen oder zu retten. Die Ladekapazität beträgt 540 Kilo oder Sechs Personen. Die bisher vorhandenen zwei Boote der Frickenhäuser sind in die Jahre gekommen und durch häufige Einsätze am Rumpf in Mitleidenschaft gezogen. Eines davon kann nun sofort außer Dienst gestellt werden, berichtete Kommandant Matthias Ganz.

Fotos folgen in kürze.

Quelle Mainpost

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