Hochwasserschutz auf Messers schneide

Frickenhausen kam gerade noch mit einem blauen Auge davon –  Anwohner halten die Feuerwehr bei Kräften

Am Ende war das Hochwasser für Frickenhausen doch noch eine verdammt haarige Sache. Auf 5,48 Meter war der Pegel in der Nacht zum Dienstag abgestiegen. Einige Zentimeter mehr und der mobile Schutzdamm im Maintor hätte nicht mehr ausgereicht. Innerhalb kurzer Zeit hätte der Altort dann geflutet werden müssen, sagt Feuerwehrkommandant Matthias Ganz. Am Mittwoch steht das Wasser noch immer über einen Meter hoch an der Außenseite des sogenannten Quick-Damms. Acht Pumpen befördern stündlich 1200 Kubikmeter Wasser, das aus dem Kanalnetz nachdrückt, aus der Senke innerhalb der Dorfmauern. Seit Montag Abend laufen die Pumpen ohne Unterlass – „eine Materialschlacht“ sagt Bürgermeister Ludwig Hofmann. Immerhin ist es den Einsatzkräften der Feuerwehr so gelungen, das Wasser draußen zu halten. Dass die Bewohner der Häuser diesmal noch einmal glimpflich davongekommen sind, verdanken sie auch der Feuerwehr aus Eibelstadt. Dessen Kommandant Artur Fröhling hatte imRadio von der schwierigen Situation gehört und sofort Hilfe angeboten. Am Montag schon hat die Eibelstädter Wehr ihre Pumpen zur Verfügung gestellt und am Mittwoch erneut. Auch die Wekfeuerwehr Südzuckern half mit Saugschläuchen aus. Die 30 Feuewrehrleute, die seit Montag früh rund um die Uhr im Schichtdienst im Einsatz sind, haben sich in der Fischergasse ein Feldlager eingerichtet. Kaffee gibt es dort, kalte Getränke und süßes Gebäck. Die Anwohner haben die sachen vorbei gebracht. „Eine 1a-Verpflegung“, sagt Kommandant Matthias Ganz und freut sich über die Anerkennung, die der Arbeit seiner Leute entgegengebracht wird. Für den Abend hat der Wirt eine griechischen Lokales sogar Essen für die Helfer versprochen. Voll des Lobes für die Arbeit der Feuerwehrleute ist auch Kreisbrandinspektor Alois Schimmer, der sich an der Einsatzstelle umschaut. Bürgermeister Ludwig Hofmann hingegen blickt skeptisch auf den provisorischen Verschluss des Maintores und auf die Dorfmauer. An einigen Stellen sprudelt das Wasser durch das Pflaster. Mit jedem Hochwasser wird die Dorfmauer stärker unterspült. Diesmal ist das Dorf mit einem blauen Auge davon gekommen. Keiner weiß, wie vielen Fluten das alte Gemäuer noch standhalten kann.

 

Quelle Mainpost

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