Feuerwehr baut eigene First-Responder-Gruppe auf

Leben retten im therapiefreien Intervall
84 Stunden haben sie im Feuerwehrhaus gebüffelt und geübt. Jetzt ist es für die 18 Feuerwehrleute soweit. Bei der Abschlussprüfung müssen sie beweisen, ob sie das Zeug zum „First Responder“ haben, zum Ersthelfer, der sich um Erkrankte und Verletzte kümmert bis Rettungsdienst und Notarzt eintreffen.

Seit 1998 gibt es solche Ersthelfergruppen bei den Feuerwehren im Landkreis, sagt Gabriele Brejschka. „Frist Responder“ – zu deutsch: Erster Ansprechpartner – oder Helfer vor Ort, kurz HvO, werden sie genannt. Auf 36 ist ihre Zahl mittlerweile angewachsen, sagt Gabriele Brejschka, als Kreisbrandmeisterin für die HvO-Ausbildung verantwortlich.
Fest eingeplant

Gemeinsam mit den HvO-Gruppen anderer Hilfsorganisationen sind sie fest in den Alarmierungsplänen der Rettungsleitstelle mit eingeplant; werden verständigt, sobald ein entsprechender Notfall gemeldet wird. Ihre Aufgabe ist es, das „therapiefreie Intervall“ zu überbrücken, also die Zeit zwischen dem Alarm und dem Eintreffen eines Notarztes.

Gerade in Situationen, in denen es auf jede Sekunde ankommt, kann die Arbeit der Ersthelfer lebensrettend sein. Nicht nur bei schweren Unfällen, sondern vor allem bei medizinischen Notfällen wie Herzinfarkten und Schlaganfällen entscheiden Minuten über die Überlebens- und Genesungschancen des Patienten, sagt Gabriele Brejschka. Den Helfern vor Ort kommt dabei nicht nur die Aufgabe zu, den Patienten zu versorgen. Sie treffen auch wichtige Vorbereitungen für die spätere Behandlung des Patienten.

Der Umgang mit Verbandsmaterial zählt deshalb ebenso zu den Inhalten des Lehrgangs wie der Umgang mit einem Frühdefibrillator zur Reanimation eines Infarktpatienten oder die Vorbereitung einer Infusion. Und sie müssen lernen, mit tragischen Situationen fertig zu werden, dann, wenn auch ihre Hilfe zu spät kommt. Auch darüber wird in dem Lehrgang gesprochen. Die Feuerwehr hat ein eigenes Team, das die Ersthelfer unterstützt, solche persönlichen Krisen zu bestehen.

Stattgefunden hatten die Lehrgänge bislang in der Feuerwehrschule im Giebelstadter Klingholz. In Feuerwehrhaus von Frickenhausen war es deshalb eine Premiere – und das nicht ohne Grund: Zum Jahreswechsel stellt die Frickenhäuser Feuerwehr eine eigene First-Responder-Gruppe auf, die 37. im Landkreis Würzburg.
Anstrengende Wochen

Mit dabei waren auch Teilnehmer aus Giebelstadt, Winterhausen, Prosselsheim und Waldbüttelbrunn. Nach anstrengenden Lehrgangswochen mussten sie nun ihr gelerntes Wissen schriftlich und in verschiedenen praktischen Stationen unter Beweis stellen. Alle 18 haben den Abschlusstest bestanden. Matthias Ganz, Kommandant der Frickenhäuser Feuerwehr und selbst frisch gebackener Ersthelfer, sieht in dem neuen Einsatzfeld vor allem einen zusätzlichen Ansporn für seine Truppe. Vor allem die jungen Feuerwehrleute seien hoch motiviert von der neuen Aufgabe, die auf sie zukommt.

Bericht von www.mainpost.de

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