Feuer in Alstadt: Dramatische Rettung

In letzter Minute wurde am Freitagnachmittag eine 57-Jährige in der Ochsenfurter Altstadt aus ihrem brennenden Haus gerettet – von einem mutigen Passanten.

„Feuer“, ruft eine Frau aus einem Haus in der unteren Badgasse. Andreas Karl aus Hopferstadt ist in der Nähe. Er hört die Rufe der Frau. Läuft zum Haus, sieht aber keinen Rauch. Und auch keine Frau, die ruft. Kurze Zeit später hört er die Hilferufe erneut. Jetzt ist es höchste Eisenbahn, denn die Flammen schlagen schon aus dem Haus.

Die Frau steht nun oben am Fenster und ruft um Hilfe. Andreas Karl denkt kurz darüber nach, den Brand mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen. „Doch das Feuer hatte sich schon zu sehr ausgebreitet“, erzählt er später. Mit einem Feuerlöscher wäre er da nicht weit gekommen.
Schnell besorgt er sich eine Leiter in der Nachbarschaft, um die laut Polizei 57 Jahre alte Hausbesitzerin aus dem brennenden Haus zu retten. „Die Frau wollte erst gar nicht durch das Fenster“, sagt Andreas Karl. Denn im Haus befindet sich noch der Hund der Familie.
Als die Flammen immer höher schlagen, wird die Frau einsichtig. Sie steigt durch das Fenster im ersten Stock und ist in Sicherheit. Sie muss ärztlich versorgt werden. Später wird die 57-jährige mit einer Rauchvergiftung in eine Klinik gebracht.

 Mittlerweile steht ein Feuerwehrmann vor dem Haus und sichtet die Lage. Noch immer schlagen die Flammen aus dem Gebäude. Vorsichtshalber müssen drei Nachbarn, die rechts und links davon wohnen, ihre Anwesen verlassen.

Die Häuser in der Ochsenfurter Altstadt sind dicht aneinander gebaut. Die Feuerwehrautos kommen durch die engen Gassen nicht bis vor das Haus. Es dauert eine Weile bis die Schläuche verlegt sind.

Für einen der Nachbarn, einen älteren Mann, zu lange. „Geht doch rein“, ruft er aufgeregt dem Feuerwehrmann zu. „Wo bleibt denn das Wasser?“ Er hat Sorge, dass die Flammen auch auf sein Haus übergreifen. Der Mann ist kaum zu beruhigen.

Unaufgeregter gehen die Erzieherinnen des benachbarten Maria-Theresia-Kindergartens mit der Situation um. Bei der Polizei fragen sie nach, ob die Kinder das Haus verlassen müssen. „Erst einmal nicht“, entscheidet der Polizist.

Es ist sowieso gerade Abholzeit. Nach und nach treffen dann auch die Eltern ein, um die Kleinen abzuholen. Natürlich haben sie den starken Rauch gesehen und gerochen. Und selbstverständlich sind sie aufgeregt. So viele Feuerwehrleute auf einen Schlag sehen sie selten.

Etwa 70 dürften es sein, schätzt Volker Heidenblut, Zugführer bei der Ochsenfurter Feuerwehr. Weil Brände in der Ochsenfurter Altstadt immer prekär und gefährlich sind, werden zusätzlich die Feuerwehren aus Hohestadt, Frickenhausen, Goßmannsdorf hinzugerufen. Und die Werksfeuerwehr von Südzucker. Auch zwei Rettungswagen sind vor Ort.

Mittlerweile ist das Feuer gelöscht. Starker Rauch steigt auf. Abwechselnd gehen Atemschutzträger in das Haus. Sie können den Hund retten. Mit Wärmebildkameras suchen ihre Kollegen nach weiteren Brandherden. Es scheint keine mehr zu geben. Eine Gasflasche, die sich im Haus befand, wird vorsichtshalber mit Löschwasser abgesprüht und gekühlt.

Auch der Hausbesitzer ist jetzt eingetroffen. Er kümmert sich um den Hund der Familie und bringt ihn zu einem Tierarzt. Die Brandursache ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Armin Fuchs, Einsatzleiter der Ochsenfurter Polizei, geht davon aus, dass Spezialisten der Kriminalpolizei hinzugezogen werden müssen.

Bericht und Bilder von www.mainpost.de

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